Stand: 27.02.2017


VHL-Wörterbuch

Auf dieser Seite finden Sie vom Verein VHL (von Hippel-Lindau) betroffener Familien e.V. ein veröffentlichtes Wörterbuch, das Begriffe rund um die von Hippel-Lindau Erkrankung enthalten.

Medizinisch - genetisches Wörterbuch

Abdomen, abdominal: Bauch, vom Bauch ausgehend

Adenin: siehe Basen

ACTH-Test: Ein Testverfahren zur Überprüfung der Funktion der Nebennierenrinde

Adrenalin: in der Nebenniere produziertes Stresshormon

akut: plötzlich auftretend, von heftigem und kurz andauerndem Verlauf (im Gegensatz zu chronisch)

Allele: als Allel bezeichnet man die alternativen Formen eines Gens

Aminosäure: Baustein (kleinste Funktionseinheit) von Proteinen, es gibt 20 verschiedene Aminosäuren

Anatomie: Lehre vom Aufbau der Organismen

Angiom: Gefäßgeschwulst

Anomalie: Fehlbildung, Abweichung von der Norm

Anti-angiogenese: Hemmung der Gefäßneubildung

Assoziation: Verknüpfung

asymptomatisch: ohne Beschwerden, ohne Krankheitszeichen

Autosom: Im Genom werden die nichtgeschlechtsbestimmenden Chromosomen von den geschlechtsbestimmenden Chromosomen unterschieden. Die nichtgeschlechtsbestimmenden Chromosomen heißen Autosomen. Beim Menschen gibt es 22 Autosomenpaare (alle Autosome kommen doppelt vor).

autosomal: von einem nichtgeschlechtsbestimmenden Chromosomen bestimmt

asymptomatisch: ohne Symptome bzw. Beschwerden einhergehend

Basen: (auch Nukleinbase oder DNA-Basen) sind Bausteine der DNA. Es gibt vier verschieden Basen: Adenin (A), Thymin (T), Cytosin (C) und Guanin (G). A und G sind sogenannte Purinbasen, die sich chemisch aus einem 6-Ring- und 5-Ring-Molekül zusammensetzen. C und T sind Pyrimidine, d.h. sie bestehen aus einem 6-Ringmolekül. In der RNA wird Thymin durch eine abgewandelte Form Uracil (U) ersetzt.

Basenpaare: Das Genom besteht aus doppelsträngiger DNA. Die kleinste Baueinheit der DNA ist die Base. Es gibt vier verschiedene Basen A, G, T, C. Bei der Ausbildung des Doppelstranges können sich nur bestimmte Basen paaren, z.B. A mit T, T mit A, C mit G und G mit C. Die über physikalische Kräfte (Wasserstoffbrücken) verknüpften Kombinationen im DNA-Doppelstrang heißen Basenpaare.

Bestrahlung: siehe Strahlentherapie

bilateral: auf beiden Seiten

Biopsie: Entnahme von Gewebe oder Zellen aus einem lebenden Organismus mittels eines Instrumentes (z.B. Spezialkanüle oder Skalpell) zur mikroskopischen Untersuchung. Bezeichnung entweder nach der Art der Entnahmetechnik oder dem Entnahmeort. Besondere Bedeutung bei Gehirntumoren hat die stereotaktische Biopsie, bei der mit Hilfe einer feinen Nadel oder Zange auch tiefliegendes Tumorgewebe schonend und sicher gewonnen werden kann.

Brachytherapie: Die interstitielle Brachytherapie ist eine lokale Strahlenbehandlung, bei der ionisierende Strahlungsquellen in das Tumorgewebe eingebracht werden.

Chemotherapie: Allgemein wird unter Chemotherapie die Hemmung von Tumorzellen im Organismus durch Verwendung von Medikamenten verstanden. Da diese sog. zytostatischen Medikamente hoch wirksam sind, muss bei der Herstellung strengstens auf höchste Reinheit geachtet werden. Bei Tumorpatienten versteht man unter Chemotherapie in der Regel die Behandlung mit zytostatischen Medikamenten.

Chromosomen: Strukturen, die sich im Kern einer Zelle befinden und die die Gene enthalten. Chromosomen liegen paarweise vor. Eine normale menschliche Zelle hat 46 Chromosomen: 22 Paare von Autosomen und zwei Geschlechtschromosomen.

chronisch: anhaltend (im Gegensatz zu akut)

Computertomographie (CT): Computergestütztes röntgendiagnostisches Verfahren zur Herstellung von Schnittbildern (Tomogramme, Quer- und Längsschnitte) des menschlichen Körpers. Die Bilder errechnet der Computer mit Hilfe von Röntgenstrahlen, die durch die zu untersuchende Schicht hindurchgeschickt werden.

Coping: Bezeichnet die Art des Umgangs mit einem als bedeutsam und schwierig empfundenen Lebensereignis oder einer Lebensphase.

coronar: Schnittebene bei CT oder MRT parallel zur Stirn

Cytosin: siehe Basen

Deletion: Verlust eines DNA Abschnitts. Dies kann der vollständige Verlust sein, oder es können nur Teile des Gens betroffen sein (partielle Deletion).

Desoxyribonukleinsäure: (siehe DNS)

Diagnose: Krankheit, auch: auf Grund genauerer Beobachtungen und Untersuchungen abgegebene Beurteilung über den Zustand einer Krankheit.

Diagnostik: Sammelbegriff für alle Untersuchungen, die zur Feststellung einer Krankheit angewendet werden sollen.

Dialyse: Blutreinigungsverfahren

Diffus: zerstreut, ohne genaue Abgrenzung

Differentialdiagnostik: Bezeichnet die Gesamtheit aller Diagnosen, die alternativ als Erklärung für die erhobenen Symptome (Krankheitszeichen) oder medizinischen Befunde in Betracht zu ziehen sind.

DNA: (siehe DNS)

DNS: (Abkürzung für Desoxyribonukleinsäure) Die Substanz der Vererbung: ein großes Molekül, das die genetische Information trägt, die die Zellen benötigen, um sich zu replizieren (= sich in identischer Kopie zu verdoppeln) und um Eiweiße zu produzieren.

DOPA: Dihydroxyphenylanalin, ein Stoffwechselprodukt der Katecholamine

Dopamin: siehe Katecholamine

Drainage: Ableitung von Flüssigkeitsansammlungen über entsprechende Röhrchen, Schläuche o.ä.

Drüse: Ein- oder mehrzellige Organe, die spezifische Wirkstoffe (Sekrete) bilden und diese nach außen (z.B. in die Mundhöhle, Magen und Darm) oder nach innen, direkt in die Blut- oder Lymphbahn abgeben (Hormondrüsen).

Eiweiß (auch Protein im wissenschaftlichen Sprachgebrauch): Ein komplexes Molekül, das aus Aminosäuren aufgebaut ist. Eiweiße üben in der Zelle bestimmte Funktionen und Aufgaben aus. Beispiele sind Hormone, Enzyme oder Antikörper. Umfang und Sequenz der Aminosäuren und somit auch die biologische Funktion sind als Bauplan (Gen) im Genom verankert.

ELST: Tumor des „Endolymphatic Sac“, eine Ausstülpung des Innenohres in Richtung Gehirn.

Embolisation: ist der künstliche Verschluss von Blutgefäßen durch Verabreichung von z. B. flüssigen Kunststoffen oder Kunststoffkügelchen über einen Katheter

Endogen: im Körper selbst, im Körperinneren entstehend, von innen kommend

endokrin: In das Blut absondernd. Die Schilddrüse ist z.B. eine Drüse, die ihre Hormone endokrin absondert.

Endokrinologie: Lehre von der Funktion der Hormondrüsen z.B. der Nebenniere.

Endoskopie: Ausleuchtung und Inspektion von Hohlräumen mit Hilfe eines Endoskops mit der Möglichkeit einer Gewebeprobeentnahme sowie zur Durchführung kleinerer operativer Eingriffe unter optischer Kontrolle.

Enukleation: Herausnehmen eines Tumorknotens oder Entfernung eines Augapfels.

Enzyme: Spezielle Eiweißstoffe im menschlichen Körper, die ganz verschiedene Aufgaben haben. Enzymgemische werden z.B. von der MagenDarm-Schleimhaut, von Leber und Bauchspeicheldrüse produziert und dienen der Zerkleinerung bzw. Verarbeitung der Nahrungsstoffe.

exokrin: (gr.: exo = außen und krin = (ab) -scheiden, -sondern); exokrine Drüsen geben ihre im Körper gebildeten Wirkstoffe (Sekrete) wie Enzyme nach außen z.B. an die Haut oder in den Darm ab.

exogen: außerhalb des Organismus entstehend, von außen her in den Organismus eindringend

Exon: der Teil eines Gens, der genetische Information enthält und bei Proteinen codierenden Genen in RNA umgeschrieben wird

extraadrenal: außerhalb der Nebenniere, nicht zur Nebenniere gehörend

Felsenbein: Knochenanteil in der Schädelbasis, der den inneren Gehörgang und Hör- und Gleichgewichtsorgane enthält

fokal: von einem Herd ausgehend

Gadolinium: Kontrastmittel für Kernspintomographie

Gen: Einheit der Vererbung; eine aktive Untereinheit der DNA. Jedes von den 20.000 bis 25.000 Genen des Körpers enthält den Code für ein bestimmtes Produkt, normalerweise ein Eiweiß wie z.B. ein Enzym oder ein Struktureiweiß (Zellwand etc.).

genetisch: erblich, durch die Gene bedingt

Genom: bezeichnet die Gesamtheit der materiellen Träger der vererbbaren Informationen einer Zelle. Im abstrakten Sinn versteht man darunter auch die Gesamtheit der vererbbaren Informationen.

Genotyp: Als Genotyp bezeichnet man die genetische Ausstattung eines Individuums, also seinen individuellen Satz von Genen, den es im Zellkern jeder Körperzelle in sich trägt.

Geschlechtschromosomen: Die Chromosomen, die das Geschlecht eines Organismus bestimmen. Frauen haben zwei X-Chromosomen; Männer haben ein X- und ein Y-Chromosom.

Glaskörper: Gallertmasse im Inneren des Auges

Guanin: siehe Basen

Hämangiom: Gefäßtumor

Hämangioblastom: Gefäßreicher Tumor, der bei VHL-Betroffenen typischerweise im ZNS vorkommt

Hereditär: erblich

Histologie/histologisch: Wissenschaft und Lehre vom Feinbau der Gewebe. Die mikroskopische Betrachtung eines durchsichtigen und speziell angefertigten Gewebeschnittes erlaubt meistens die Beurteilung, ob eine gutartige oder bösartige Gewebswucherung (Tumor) vorliegt und gibt auch Hinweise auf den Entstehungsort des Tumors.

Hormone: Botenstoffe des Körpers, die in spezialisierten Zellen und Geweben hergestellt werden und auf dem Blut- oder Lymphweg ihren Wirkort erreichen

Hypoxie: Sauerstoffmangel

Immunsystem: Das körpereigene Abwehrsystem gegen Krankheiten. Wesentliches Merkmal der Abwehrkräfte ist ihre Eigenschaft, Fremdsubstanzen zu erkennen und Gegenmaßnahmen zu aktivieren.

Indikation: Steht grundsätzlich dafür, ob bei einem bestimmten Krankheitsbild der Einsatz einer bestimmten medizinischen Maßnahme angebracht ist. Der Begriff findet sich häufig in Zusammenhang mit Operationen, man spricht dann von der Operationsindikation.

Injektion: Einführung von Flüssigkeit (z.B. eines Medikaments) in den Organismus mit Hilfe einer Spritze

Inselzelltumor: Neubildung der sogenannten Inselzellen der Bauchspeicheldrüse. Dies sind die Zellen in der Bauchspeicheldrüse, die Hormone produzieren, von denen das wichtigste das Insulin ist.

Insertion: Einschub zusätzlicher Basen in einer DNA-Sequenz. Es kommt zum abnormal verlängerten DNA-Abschnitt, eine Form von Mutation, die einer erblichen Erkrankung zugrunde liegen kann.

Insulin: Hormon der Bauchspeicheldrüse, regelt den Blutzuckerspiegel im Körper

Interdisziplinär: bedeutet in der Medizin, dass Ärzte und Ärztinnen verschiedener Fachrichtungen und andere Spezialisten gemeinsam an der Behandlung beteiligt sind

Intervall: zeitlicher Zwischenraum

Kältechirurgie: Zerstörung von Gewebe wie z.B. Tumorgewebe durch Kälte; dabei wird die betreffende Stelle über wenige Sekunden beispielsweise mit flüssigem Stickstoff behandelt

Karzinom: Geschwulst, die aus Deckgewebe (Epithel) entsteht. Karzinome besitzen viele, hinsichtlich des Gewebeaufbaus und des Wachstums unterscheidbare Formen

Katecholamine: Anregende / Stimulierende Neurotransmitter und Hormone. Sie entfalten ihre Wirkung an den Rezeptoren des Herz-Kreislaufsystems. Unter dem Begriff Katecholamine werden die Verbindungen Adrenalin, Noradrenalin und Dopamin zusammengefasst. Beim Abbau entstehen die Metanephrine (Metanephrin und Normetanephrin) als Zwischenprodukte mit diagnostischer Bedeutung. Die Endabbauprodukte im Urin sind Homovanillinsäure (Dopamin) und Vanillinmandelsäure (Adrenalin und Noradrenalin).

Katheter: Röhren- oder schlauchförmiges, starres oder biegsames Instrument zum Einführen in Hohlorgane, Gefäße oder Körperhöhlen. Durch einen Katheter kann von dort Inhalt entnommen oder Substanzen dorthin eingebracht werden.

Keimbahnmutation: siehe Mutation

Kernspintomographie, Magnetresonanztomographie (MRT): Die Kernspin-tomographie oder Magnetresonanztomographie ist ein bildgebendes Verfahren, welches sich der elektromagnetischen Schwingung von Gewebebestandteilen in einem künstlich erzeugten Magnetfeld bedient. Es stellt mit hoher Auflösung Strukturen im Schädelinneren dar und liefert damit präzise Schnittbilder des Gehirns. Ungeeignet ist sie häufig für Pati-enten mit Herzschrittmachern, für Patienten mit Ängsten und für Menschen, denen nur eine sehr kurze Untersuchungszeit zugemutet werden kann.

Klonierung: ist die Herstellung genetisch identischer Zellen (Klone). Der Begriff wird vor allem für die DNA-Klonierung benutzt.

Komplikation: Unerwünschte Folge einer Operation oder auch eines Medikaments oder einer Erkrankung.

Konsil, konsiliarisch: Bezeichnet in der Medizin die patientenbezogene Beratung eines Arztes durch einen anderen ärztlichen Kollegen, meist einen Facharzt.

Kontrastmittel: Sie werden gegeben, um im Röntgenbild bestimmte Strukturen besser darzustellen. Röntgenstrahlen werden vom Kontrastmittel mehr (positives Kontrastmittel) oder weniger (negatives Kontrastmittel) abgeschwächt als vom umgebenden Körpergewebe. Dadurch kommt es zu einer kontrastreicheren Darstellung des Organs, in dem sich das Kontrastmittel befindet.

Kryoablation: Dieses Verfahren arbeitet mit dem gezielten Einsatz von Kälte, um Krebszellen örtlich zu zerstören.

Läsion: Allgemein für krankhafte Veränderung

Laparoskopie: Endoskopischer Eingriff im Bauchraum

Laserkoagulation: Verklebung von Gewebe durch Bestrahlung mit gebündeltem Licht, d.h. Verbrennung mit Laser

Lateral: seitlich

Ligand: ist ein Stoff, der an eine Zielstruktur bindet (z.B. einen Rezeptor)

Liquor cerebrospinalis: Nervenwasser. Es umspült das gesamte Gehirn und das Rückenmark und befindet sich auch im Inneren des Gehirns, wo es die Gehirnkammern ausfüllt.

lokal: örtlich

Lokalisation: der genaue Sitz im Körper

Lymphknoten: Die linsen- bis bohnengroßen Lymphknoten sind an zahlreichen Stellen des Körpers (Lymphknotenstationen) Filter für das Gewebswasser (Lymphe) einer Körperregion. Die oft verwendete Bezeichnung Lymphdrüsen ist falsch, da die Lymphknoten keinerlei Drüsenfunktion besitzen. Die Lymphknoten sind ein wichtiger Teil des Immunsystems.

Magnetresonanztomographie: siehe Kernspintomographie

Makula: Stelle des schärfsten Sehens in der Netzhaut

maligne: bösartig

Manifestation: das Erkennbarwerden von Krankheiten

Membrane: ist ein dünnes, feines Häutchen, das trennende oder abgrenzende Funktion hat.

Metanephrine, Metanephrin: siehe Katecholamine

Metastase: Krankheitsherd, der durch die Verschleppung von krankheitserregendem Material (Tumorzellen, Bakterien) aus einem ursprünglichen Krankheitsherd entsteht. Im engeren Sinne ist damit die Metastase eines bösartigen Tumors gemeint (Fernmetastase: Metastase, die auf dem Blut- oder Lymphweg übertragen wird und fern des ursprünglichen Tumors angetroffen wird). Eine Metastasierung kann hämatogen, d.h. über den Blutweg, oder lymphogen, d.h. mit dem Lymphstrom erfolgen. Hämatogene Metastasen sind mit Operation oder Strahlentherapie nur sehr selten zu bekämpfen, während bei lymphogenen Metastasen eine Operation, eine Chemotherapie und / oder eine Bestrahlung noch ausreichend wirksam sein kann.

Mikrochirurgie: Spezialgebiet der Chirurgie, das sich mit Operationen unter dem Mikroskop befasst.

MLPA-Methode: Die Abkürzung MLPA steht für Multiplex Ligationdependent Probe Amplification. Mit dieser Methode lassen sich Gendosisveränderungen (Deletionen und Duplikationen einzelner Genabschnitte = Exons) sowie ganzer Gene zuverlässig nachweisen.

Minimal: äußerst gering

minimal-invasive Eingriffe / Operationen: Eingriffe, die in ihrer Auswirkung für den Patienten so gering wie möglich gehalten werden

Missense-Mutation: Ein Mutationstyp, bei dem durch den Austausch einer Base der Code für eine Aminosäure geändert wird. Dadurch kommt es zum „veränderten Sinn“, d.h. es wird jetzt eine andere Aminosäure kodiert.

Molekulargenetik: Wissenschaft, die die Genetik auf der Ebene der Moleküle erforscht

Morbidität: Krankheitshäufigkeit, Anzahl von Erkrankungen

Morphologie, morphologisch: Lehre von der Struktur und Form der Organismen

MRT / MRI: siehe Kernspintomographie

multipel: mehrfach, an verschiedenen Orten gleichzeitig

Mutation: Ist eine dauerhafte Veränderung des Erbgutes. Sie betrifft zunächst nur das Erbgut einer Zelle, wird aber von dieser an alle eventuell entstehenden Tochterzellen weitergegeben. Bei mehrzelligen Lebewesen kann man unterscheiden zwischen Keimbahn-Mutationen, die an die Nachkommen weitergegeben werden können, und somatischen Mutationen, die in anderen Geweben stattfinden und daher nicht an die Nach-kommen weitergegeben werden.

Nebenniere: Hormondrüse über der Niere, die u.a. Adrenalin produziert

Nephrektomie: operative Entfernung einer Niere

Nephrologe: Nieren-Spezialist

NET: Abkürzung für neuroendokrine Tumoren, also für Tumoren, die sich aus neuroendokrinen Zellen entwickeln. Dies sind Zellen, die Ähnlichkeiten mit Nervenzellen aufweisen (daher die Bezeichnung "neuro-"), gleichzeitig aber Hormone produzieren können. Diese Zellen befinden sich vor allem im Magen, im Darm und in der Bauchspeicheldrüse. Deshalb spricht man auch von GEP-NET oder Gastro-Entero-Pankreatische neuroendokrine Tumoren ("Gastro" für Magen, "Entero" für Darm, Pankreas für Bauchspeicheldrüse).

Neumutation: isoliert, d.h. zum erstenmal auftretende Mutation bei einem Erkrankten in einer Familie.

Neurochirurgie: Teilgebiet der Chirurgie, das die Diagnostik und operative Behandlung von Erkrankungen des Nervensystems umfasst. Bei der Mikro-Neurochirurgie werden Eingriffe am Gehirn mit Hilfe eines Operationsmikroskops durchgeführt.

Neurologie: ist die Lehre von den Erkrankungen des Nervensystem

Nierenzellkarzinom: Fachbegriff für die häufigste Form des Nierenkrebses

Noradrenalin: in der Nebenniere produziertes Stresshormon

Normetanephrin: siehe Katecholamine

Nukleotid: Eine Untereinheit der DNA oder RNA, die aus einer chemischen Base plus einem Phosphatmolekül und einem Zuckermolekül besteht.

Ödem: Häufig schmerzlose, nicht gerötete Schwellung infolge Ansammlung wässriger Flüssigkeit in Gewebespalten, etwa der Haut oder Schleimhäute. Das Gehirn neigt in besonderer Weise zur Schwellung (Hirnödem).

Onkologie/onkologisch: Lehre von Krebserkrankungen. Onkologen sind Ärzte mit speziellen Kenntnissen auf dem Sektor der Tumortherapie und -biologie.

Operabilität: Operierbarkeit; so beschaffen, dass man operieren kann

Oral: den Mund betreffend, durch den Mund

organerhaltend: Wird bei einer Operation das Operation nicht vollständig entfernt, sondern es bleibt Gewebe erhalten, spricht man von organerhaltender Operation.

Pankreas: Bauchspeicheldrüse

Pankreatektomie: Entfernung der Bauchspeicheldrüse

Pankreaszysten: bläschenartige Flüssigkeitsansammlungen in der Bauchspeicheldrüse

Papille: Eintrittstelle des Sehnerven in die Netzhaut = blinder Fleck

Paragangliom: Neubildung (Tumor) der Paraganglien. Paraganglien sind eine Nervenstruktur neben der Wirbelsäule, die zum autonomen Nervensystem gehören.

Parameter: Messgröße

PET: Abkürzung für Positronen-Emissions-Tomographie; Untersuchung, bei der über die Aufnahme einer radioaktiv markierten Substanz und ihren nachfolgenden Stoffwechsel ein Bild des Körpers oder einzelner Abschnitte angefertigt wird. Tumoren und/oder Metastasen weisen meist einen gegenüber gesundem Gewebe erhöhten Stoffwechsel auf und heben sich dadurch in dem tomographischen Bild vom gesunden Gewebe ab.

Phäochromozytom: Meist gutartige Tumore des Nebennierenmarks oder gleichartig gebaute Tumoren im Bauchraum, sehr selten im Brustraum oder Becken.

Phänotyp: Erscheinungsbild einer Krankheit bei erblichen Erkrankungen, oft als Auswirkung einer Mutation benutzt.

Plasma: Blutbestandteile; man gewinnt sie, wenn man die Zellen (rote, weiße Blutkörperchen und Blutplättchen) anzentrifugiert.

Positronen-Emissions-Tomographie: siehe PET

postoperativ: nach der Operation auftretend, einer Operation folgend

postoperative Behandlung: Behandlung nach einer Operation

prädiktive Genanalyse: Vorhersagende Untersuchung mit dem Ziel, bei Personen, die bislang noch nicht an einer bestimmten Krankheit leiden, eine Veranlagung (Prädispositionen) für diese Krankheit vor dem Auftreten von klinischen Symptomen bzw. nicht genetischen Befunden zu erkennen.

prädispo

nierend: eine Krankheit begünstigend

Prävention: vorbeugende Maßnahmen

primär: an erster Stelle stehend, zuerst

Primärtumor: Die zuerst entstandene Geschwulst, von der Metastasen ausgehen können.

Prognose: Vorhersage einer zukünftigen Entwicklung (z.B. eines Krankheitsverlaufes) aufgrund kritischer Beurteilung des Gegenwärtigen, oft auch zeitlich im Sinne der noch erwarteten Lebenszeit gebraucht.

Protein: siehe Eiweiß

psychisch: seelisch; das Gemüt, das Verhalten, das Erleben und die Seele betreffend

Punktion: Entnahme von Flüssigkeiten aus dem Körper durch Einstich mit einer Hohlnadel zu diagnostischen oder therapeutischen Zwecken

Punktmutation: Austausch einer Base gegen eine andere Base

Radiofrequenzablation (RFA): ist ein Verfahren, bei dem in einem vorher definierten Bereich des Körpers Gewebe durch die Zufuhr von großer Hitze zerstört werden soll

Radiologe: Röntgenarzt

Radioneurochirurgie: Spezialgebiet der Neurochirurgie, bei der ionisierende Strahlen zum Einsatz kommen. Siehe auch stereotaktische Radioneurochirurgie.

Radiotherapie (Radiatio): Strahlenbehandlung

Rearrangement: eine Umlagerung von Chromosomen, die Mutationen in Genen verursachen kann

Rehabilitation: Maßnahmen zur Wiedereingliederung bzw. zur medizinischen Wiederherstellung, beruflichen Wiederbefähigung und sozialen Wiedereingliederung in Form von Übergangshilfe, Übergangsgeld, nachgehender Fürsorge von Behinderten und Beseitigung bzw. Minderung der Berufs-, Erwerbs-, und Arbeitsunfähigkeit.

Resektion: operative Entfernung von kranken Organteilen

Retina: Netzhaut des Auges

reversibel: umkehrbar, heilbar

Rezidiv: "Rückfall" einer Krankheit, im engeren Sinn ihr Wiederauftreten nach einer erscheinungsfreien Periode

Screening-Untersuchung: (engl. Bildschirm/durchsieben) systematischer Suchtest, Verfahren zur Reihenuntersuchung

Sekret: von Zellen abgesonderte Flüssigkeit, z.B. Verdauungssekret

sekundär: an zweiter Stelle

Sensitivität: eines diagnostischen Testverfahrens gibt an, bei welchem Prozentsatz erkrankter Patienten die jeweilige Krankheit durch die Anwendung des Tests tatsächlich erkannt wird, d.h. ein positives Testresultat auftritt.

Somatisch: in der Körperzelle stattfindend - im Gegensatz zur Keimzelle, die vererbt wird, werden Körperzellen nicht weitervererbt (siehe Mutation)

Sonographie (Ultraschalluntersuchung): Untersuchungsmethode, bei der Ultraschallwellen durch die Haut in den Körper eingestrahlt werden, wo sie an Gewebs- und Organgrenzen zurückgeworfen werden. Die zurückgeworfenen Wellen werden von einem Empfänger aufgenommen und mit Hilfe eines Computers in Kurven oder Bilder verwandelt. Es tritt keine Strahlenbelastung auf.

Spinal: beschreibt die Zugehörigkeit einer Struktur zur Wirbelsäule oder zum Rückenmark

Sporadisch: nicht erblich, d.h. spontan entstehend

stereotaktische Radioneurochirugie: Mit Hilfe der Stereotaxie können für einen bestimmten Zeitraum ionisierende Strahler in Kunststoffkathetern oder in Form kleiner Stifte (seeds) in die betroffene Gehirnregion eingeführt werden. Dies führt zu einem Gewebeuntergang (Strahlennekrose) in einem Bezirk des Gehirns, der idealerweise genau der Tumormasse entspricht.

Strahlenbehandlung (Radiotherapie): Anwendung ionisierender Strahlen zu Heilungszwecken. Hierbei werden grundsätzlich sehr viel höhere Strahlendosen notwendig als bei der Anfertigung eines Röntgenbildes zu diagnostischen Zwecken. Man unterscheidet die interne Strahlentherapie ("Spickung" mit radioaktiven Elementen) und die externe Strahlentherapie, bei der der Patient in bestimmten, genau festgelegten Körperre-gionen von außen bestrahlt wird. Beide Methoden können auch gemeinsam zur Bekämpfung eines Tumorleidens eingesetzt werden. Die Strahlentherapie unterliegt strengen Sicherheitsauflagen, die eine Gefährdung des Patienten vermeiden helfen.

Symptom: Krankheitszeichen

Syndrom: Gruppe von Krankheitszeichen oder Organveränderungen, die für ein bestimmtes Krankheitsbild mit meist uneinheitlicher oder unbekannter Entstehungsursache oder -entwicklung charakteristisch ist

Syrinx/Syringomyelie: Blasenbildung oder flüssigkeitsgefüllter Hohlraum im Rückenmark

Szintigraphie/Szintigramm: Untersuchung und Darstellung innerer Organe mit Hilfe von radioaktiv markierten Stoffen. In einem speziellen Gerät werden dabei von den untersuchten Organen durch aufleuchtende Punkte Bilder erstellt, die als Schwarzweißbilder z.B. auf Röntgenfilmen ausgegeben werden können. Anhand des Szintigramms kann man auffällige Bezirke sehen und weitere Untersuchungen einleiten.

Teilresektion: operative Teilabtragung oder -entfernung von kranken Organteilen

Therapie: Behandlung einer Krankheit

Thermoablation: ist ein Verfahren bei dem mittels lokal angewandter Hitze Gewebe zerstört wird

Transversal: horizontal

Tumor: unkontrolliert wachsende Zellwucherungen, die im gesamten Körper auftreten können

Tumorareal: Aussiedlungsfläche des Tumors

Tumormarker: Stoffe, deren Nachweis oder genauer gesagt erhöhte Konzentration im Blut einen Zusammenhang mit dem Vorhandensein und/oder dem Verlauf von bösartigen Tumoren aufweisen können. Diese Tumormarker sind jedoch nicht zwangsläufig mit dem Auftreten eines Tumors verbunden und können in geringen Mengen (Normalbereich) auch bei Gesunden vorkommen. Tumormarker eignen sich besonders für die Verlaufskontrollen von bekannten Tumorleiden. Weniger sind sie als Suchmethode zur Erstdiagnose eines Tumors geeignet.

Thymin: siehe Basen

Ultraschalluntersuchung: siehe Sonographie

Urologe: Spezialist zur Behandlung von Erkrankungen und Tumoren der ableitenden Harnwege (Niere, Blase, Prostata, Hoden).

VEGF: Gefäßwachstumsfaktor

Viren: Sammelbezeichnung für bestimmte Krankheitserreger, die sich außerhalb des Körpers nicht vermehren können

Vitrektomie: ist der Teilschritt einer Augenoperation, bei dem gezielt Teile des Glaskörpers chirurgisch entfernt werden.

Zystadenom: Tumor mit blasenförmigen Anteilen

Zyste: ein- oder mehrkammerige, durch eine Kapsel abgeschlossene, sackartige Geschwulst mit dünn- oder dickflüssigem Inhalt

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